#OMDdmexco: Overview

Verändertes Messekonzept trifft auf Realität

Im Vorfeld der dmexco ist ausgiebig über die Neuausrichtung der Messe diskutiert worden. Daher war ich durchaus gespannt, was davon in der Realität ankommt. Ich muss in diesem Rahmen allerdings zugeben, dass ich generell kein großer Fan von Massenveranstaltungen bin. Dennoch ist die dmexco immer ein fester Termin in meinen Kalender für eine digitale Druckbetankung. Um es kurz zu machen:  Die Messe hat sich weiterentwickelt – hier ist der Wettbewerbsdruck anderer Veranstaltungen, wie der OMR, im positiven Sinne spürbar – aber sie scheitert auch ein Stück weit an ihren eigenen Ansprüchen. Was hat die Messe aus dem Themenkonzept C.A.R.E. (Curiosity, Action, Responsibility und Experience) nun gemacht? Eine ganz und gar subjektive Betrachtung.

Curiosity: Mehr Raum für Austausch und Diskussion

Nicht nur räumlich wurde den Seminaren und Workshop endlich mehr Platz eingeräumt, auch inhaltlich waren die Sessions gut gefüllt und konnten eine breite Palette an Themen anbieten. Von den Paneldiskussionen, über die Vorstellung von themenspezifischen Case Studies bis hin zu Interviews mit Kunden wurde auf Seminarebene ein breites Spektrum abgedeckt. Das Angebot ergänzte sich gut zum Messetrubel in den anderen Hallen, allerdings hätte ich mir auch in den kleineren Veranstaltungsangeboten mehr Provokation, Hinterfragen und Diskussionskultur gewünscht. Die Seminare/Diskussionen haben zwar nicht enttäuscht, aber doch häufig erwartbares präsentiert.  Da gab es in der Start-Up Halle mehr Neugierde und Inspiration, wie beispielsweise bei den Gewinnern des SevenVentures Pitch Days auf der dmexco: Selfapy. Ein mit der Berliner Charité entwickeltes Online Therapie Angebot to-go, das offensichtlich den Nerv gestresster Messebesucher und der Jury trifft.

Action: Mehr Struktur – es bleibt aber ein Marketing Dschungel

Es ist also nicht so, dass man in der Vergangenheit über ausgeprägte Langeweile und über zu wenig Action auf den Messetagen klagen konnte. Aber die Messe hat bei der Organisation der Besucherströme durchaus Fortschritte gemacht. So ist hier weniger Action (weniger Stau vor Eingängen und überfüllte Gänge) ganz klar als Fortschritt zu werten.  Dennoch bleibt aus meiner Erfahrung für die meisten Besucher die Messe ein Dschungel mit zu vielen Informationen und einer übervollen Ladung Marketing-Feuerwerk. Das macht es schwer, die wirklich relevanten Angebote zu entdecken. Die OMD Guided Tours waren für viele unserer Kunden daher ein echtes Highlight der Messe, um die angebotene Vielfalt rund um die zentralen Themen wie Voice- &  Influencer Marketing, Data Quality leichter zu verdauen.

Responsibility: Marketing mit Verantwortung

Das Thema Verantwortung war für mich eine neue Facette bei der dmexco und die Rede von Herrn Höttges hat zumindest eindrucksvoll bewiesen, dass auch Marketing Profis gut daran tun, eine klare Haltung zu bewahren und diese auch kund zu tun. Ethische Grundsätze werden im Bereich Consumer Marketing auf jeden Fall eine wachsende Rolle erhalten, was wir durchweg unterstützen.  Inhaltlich waren Themen wie die fortschreitende Professionalisierung des Influencer Marketings für mich ebenfalls in diesem Themenfeld angesiedelt, wenn es bei Firmen wie InfluencerDB im Kern darum geht, verlorenes Vertrauen durch Influ Fraud und Fake Reach in den Griff zu bekommen. Es liegt auch in der Verantwortung der Werbetreibenden und Agenturen, sich diesen Kanal langfristig zu erhalten, indem Qualitätsstandards weiterentwickelt werden.

Experience: Neue Erfahrungen

Digitales zum Anfassen gab es in der Halle 9 in der World of Experience: Von programmierbaren Robotik-Armen über VR & AR Anwendungen bis hin zur Möglichkeit, eine Runde Mind-Ball gegen einen Kollegen zu spielen. Eine Experience anderer Art war für mich die Teilnahme an unserer OMD Guided Millenial-Tour, beider einer unserer jungen Kollegen seine Perspektive auf aktuelle Entwicklungen im Digitalbereich dargelegt hat. Das YouTube und Instagram mit Insta TV als „Platform for longform Vertical Videos“ dabei eine wichtige Rolle spielen, hat nicht überrascht. Ein Thema ist mir allerdings besonders hängen geblieben, das ich persönlich für enorm unterschätzt halte und das weiter durch den Drang der Millenials angetrieben wird, immer mehr in immer kürzerer Zeit im Alltags unterzubekommen: Audio Streaming und Podcasts. Spotify etabliert sich auch im Bereich der Insights Analyse als spannende Datenquelle und die weiter steigenden Nutzungszahlen von Podcasts eröffnen neue Potentiale in der Kommunikation.

Mehr Medien in immer kürzerer Zeit also. Wenn das die nahe Zukunft ausmacht, verwundert es nicht, dass sogar die Selbsttherapie irgendwo zwischen Fest & Flauschig und Julien Bam stattfinden muss. Nun ja. Ich glaube, ich brauche jetzt mal eine Pause von der Messe und höre mir auf dem Weg ins Büro die erste Folge von Heinz Strunks neuem Podcast an: „Mit der Sackkarre in die Ewigkeit“.  Immer wieder schön, neue Inspirationen zu bekommen.  Danke, dmexco!

Sie möchten Ihre Eindrücke und Inspirationen von der diesjährigen dmexco mit uns teilen? Lassen Sie uns sprechen – ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!

 

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Bastian Kawaters

Managing Partner Client Service

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