OMD @ brand eins Zukunftskonferenz: „Erfolg ist etwas, von dem man vorher nicht weiß, ob es eintrifft“

Die brand eins Zukunftskonferenz: „Ein Tag für realistische Träumer, konstruktive Aktivisten, erfahrene Problemlöser, ungeduldige Weltverbesserer, überzeugte Zweifler und alle, die mehr wollen.“ Bei der Konferenz, die am 23. Mai in Hamburg stattfand, drehte sich alles um die aktuellsten Trends aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Zum ersten Mal mit dabei war auch OMD-Geschäftsführer Christjan Esch – er hat seine Eindrücke vom Event noch einmal zusammengefasst.

Das motivierende Motto der diesjährigen Konferenz war „Mach es selbst, sonst macht es keiner“.

In gewohnter brand eins-Manier wurde von den Referenten – wie es sich für eine Zukunftskonferenz gehört –nicht der Status-Quo beleuchtet, sondern nach vorne geschaut.

Das Opening im Harburger Hafenspeicher gehörte Dr. Frederik G. Pferd, seines Zeichens globaler Chief Innovation Evangelist von Google, der alle Teilnehmer dazu ermutigte nicht linear zu denken, sondern exponentiell. „Wir müssen den Ideen mehr Raum geben, damit sie wachsen“ – das funktioniert aus seiner Sicht sehr einfach: Und zwar indem man auf Ideen anderer nicht mit (teilweise typisch Deutsch) „Ja, aber…“ antwortet, sondern sie mit einem „Ja! Und…“ wachsen lässt. Der zweite Teil seiner Keynote war den Themen Empathie und Neugier gewidmet. Laut Dr. Frederik G. Pferd zwei der wichtigsten Eigenschaften für die Macher von Morgen.

In der darauffolgenden Podiumsdiskussion, die mit hochkarätigen Teilnehmern (Britta Seeger – Vorstandsmitglied Daimler; Thomas Dettling – Digital Transformation Manager bei Siemens; Kerstin Humberg –  jetzt selbständig mit Yunel, früher McKinsey) besetzt war, ging es um die unterschiedlichen Ansätze, wie man die Zukunft selbst mitgestalten kann. Britta Seger erzählte von ihrer beeindruckenden Karriere und wie sie ihre Mitarbeiter immer wieder dazu ermutigt, sich auf das zu konzentrieren, was sie im Unternehmen bewegen können. „Und auch wenn man sich mal über ein ‚Nein‘ ärgert, muss man wieder aufstehen, sich konzentrieren und für die Sache weiterkämpfen.“

Nach einem Vortrag der inspirierenden Designerin Jule Waibel (sie ist die Schwester des Rappers CRO), die mehr oder weniger alles, was ihr in die Hände kommt (Kleider, Lampen, Handtaschen, mehr hier), nach einer bestimmten Origami-Art „faltet“,  sorgten Dominik Bloh und Arnd Böckhoff für den wahrscheinlich emotionalsten Moment der Konferenz: Dominik wurde von seiner schwer kranken Mutter in jungen Jahren vor die Tür gesetzt, hat elf Jahre lang auf der Straße gelebt und sehr beklemmend erzählt, was ihm in dieser Zeit alles passiert ist. Dennoch hat er es mit viel eigenem Antrieb und Willen geschafft, sein Leben zu ändern. Er hat Abitur gemacht, zog in eine eigene Wohnung, schrieb ein Buch, wurde in Talkshows eingeladen. Klingt nach einem Happy End – das ist es aber noch lange nicht. Wer mehr über Dominik erfahren möchte, kann das am besten in seinem Buch lesen:

Heute sorgt er als Mitgründer der Hilfsorganisation Hanseatic Help dafür, dass Menschen, die auf der Straße leben, die Möglichkeit bekommen, sich zu waschen. „Obdachlose haben keine Duschen, aber sie haben – wie andere Menschen auch – ein Hygienebedürfnis. Doch in Hamburg gibt es zu wenige Duschmöglichkeiten“, sagt Dominik. Mit dem Duschbus-Projekt „GoBanyo“ möchte er Obdachlosen die Würde des Waschens zurückgeben. Unterstützt wird er dabei von Viva con Aqua und Hanseatic Help e.V.-Vorstand Arnd Böckhoff.

Am Nachmittag erzählte Michael Hofmann von Clean Value Plastics mit welchen Höhen, Tiefen, Tricks und Unwägbarkeiten er seine derzeitige Firma immer wieder aufgebaut hat. Auf die Frage des Moderators, ob er vor einigen Jahren schon dieses Ziel vor Augen hatte, antwortete Michael sehr ehrlich: „Im Nachhinein kann man immer sagen, dass es unsere Strategie war, genauso zu agieren. Aber in Wirklichkeit war der Markt nur latent da! Ich hatte aber eine Vermutung, die mich angetrieben hat.“

Über die Hintergründe „ihrer“ Serie Bad Banks erzählte anschließend die Produzentin und „Überzeugungstäterin“ Lisa Blumenberg. Schon bevor Netflix, Amazon Prime und Co. das Serien-Genre neu etablierten, hatte sie 2012 die konzeptionelle Idee zu dieser Serie. Mehr als drei Jahre lang hat sie dafür gekämpft, viel riskiert und investiert, um die mittlerweile mit dem Grimme Preis ausgezeichnete Serie zu dem zu machen, was sie geworden ist. Ein großer Erfolg, unter anderem auch durch das Beschreiten neuer Wege: Komplexe Themen aus einer persönlichen Sichtweise erzählen. Die Geschichte der Bankenkrise 2007/2008 aus lokaler Sicht erzählen, gleichzeitig aber so umzusetzen, dass es international interessant und vermarktbar ist. Neue Finanzierungsmodelle erarbeiten, Stakeholder überzeugen, dass es hier nicht – wie bisher – um klassische Serien mit klassischen Sendeplätzen geht. Nicht mit einem Drehbuchautor arbeiten, sondern mit vielen gemeinsam in einem „Writers-Room“.  Man konnte durch das Interview erfahren, dass dieser Erfolg kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis harter Arbeit und vieler neuer Wege war, die Lisa Blumenberg bei dieser Serie genommen hat. (Kleiner Spoiler: Die 2. Staffel der Serie, in der es mehr um die FinTech Start-up Szene geht, ist abgedreht, gerade in der Post-Production und soll 2020 ins TV kommen!)

In Summe war es ein sehr kurzweiliger, unglaublich abwechslungsreicher und inspirierender Tag. Was ich davon mitgenommen habe und was davon wir auf unseren alltäglichen Job übertragen können:

  • Erfolg ist etwas, von dem man vorher nicht weiß, ob es eintrifft. Aber: Wenn man es nicht probiert, dann kann man auch keinen Erfolg haben.
  • Komplexität ist sexy
  • „Ja! Und…“ – statt „Ja, aber…“ 😉

Ich freue mich auf die Zukunft – und bin gespannt, was sie alles für uns bereithält!

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Christjan Esch

Managing Director OMD

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